Mahle fordert Technologieoffenheit
6. August 2025Technologieoffenheit ist und bleibt der Strategieansatz von Mahle und der erfolgversprechendste Weg zur schnellen und wirksamen Senkung von Treibhausgasen. Angesichts des schleppenden Hochlaufs der E-Mobilität hält es Mahle für notwendig, über rein batterieelektrische Fahrzeuge hinaus weitere Formen der Elektrifizierung, etwa Hybridfahrzeuge oder Range Extender, anzubieten und politisch zu ermöglichen. CEO Arnd Franz forderte im Rahmen des Mahle Tech Day in Stuttgart eine schleunige Überarbeitung der CO2-Regulierung in Europa unter Berücksichtigung nachhaltiger Verbrennungsmotoren und klimaneutraler Kraftstoffe.
„Wir als Zulieferer brauchen Technologieoffenheit in der Regulierung. Damit Klimaschutz zügig vorankommt. Damit Expertise und Innovationsstärke der europäischen Automobilindustrie weiterhin in Europa gedeihen können. Damit Arbeitsplätze in Europa bleiben und Europas Wirtschaftskraft zu alter Stärke zurückfinden kann.“
Armd Franz, CEO Mahle
In einem volatilen und äußerst herausfordernden Geschäftsumfeld setzt der Automobilzulieferer seinen Fokus noch gezielter auf Effizienzverbesserungen – nicht nur bei seinen Produkten, sondern auch in seinen Geschäftsprozessen, um Wettbewerbsstärke und Resilienz weiter zu festigen. Auf der IAA Mobility in München zeigt Mahle Technologien zur Steigerung der Elektrifizierung und zur Senkung der CO2-Emissionen im Straßenverkehr. Die internationale Automobilausstellung findet vom 9. bis 14. September 2025 statt, der Mahle Stand befindet sich in Halle A1.
Technologieoffenheit als CO2-Senker und Wirtschaftsfaktor
„Unser Bekenntnis zum Klimaschutz ist klar. Ebenso unser Bekenntnis zur E-Mobilität. Wir sind bereit“, sagte Arnd Franz kürzlich vor internationalen Journalisten. Neben Produkten für die reine Elektromobilität setzt Mahle gezielt auch auf Hybridfahrzeuge und fortschrittliche Range Extender, die die Reichweiten von E-Fahrzeugen erhöhen und Kunden den Umstieg vom reinen Verbrenner erleichtern. Besonders China verzeichnet derzeit ein starkes Wachstum dieser elektrischen Antriebsarten. Prognosen zufolge soll der Anteil von E-Fahrzeugen mit Range Extender an der weltweiten Produktion elektrifizierter Pkw und leichter Nutzfahrzeuge bis 2030 jährlich um 15 Prozent wachsen. And diesem Wachstum will Mahle teilhaben.
Der Mahle CEO verwies darüber hinaus auf das hohe Dekarbonisierungspotenzial erneuerbarer Kraftstoffe, das bislang nicht voll ausgeschöpft werde. „Jeder Plan zu effektivem und schnell wirkendem Klimaschutz im Straßenverkehr ist unvollständig ohne erneuerbare Kraftstoffe. Neben Wasserstoff, besonders im Transportsektor, können für den Individualverkehr auch Biokraftstoffe einen wirksamen Beitrag leisten“, betonte er. Besonders im Fahrzeugbestand würden damit schnell Fortschritte sichtbar werden. Um die Klimaziele zu erreichen, müsse der Anteil erneuerbarer Kraftstoffe im Straßenverkehr, also Biokraftstoffe und synthetische Kraftstoffe, bis 2030 auf 30 Prozent steigen. „Mahle Technologien ermöglichen bereits heute den unmittelbaren Einsatz erneuerbarer Kraftstoffe ohne Kompromisse.“
CO2-Regulierung als wegweisende Entscheidung
Mit Blick auf die CO2-Regulierung stehe Europa vor einer wegweisenden Entscheidung, sagte Franz. „Die Überarbeitung der CO2-Regulierung in Europa duldet keinen Aufschub. Verbrennungsmotoren, die mit klimaneutralen Kraftstoffen betrieben werden, müssen als Teil der Lösung anerkannt werden.“ In der gegenwärtigen Regulierungslage sehe sich Mahle als Unternehmen gezwungen, einen Stopp für alle Erweiterungs- und Ersatzinvestitionen rund um den nachhaltigen Verbrennungsmotor in Europa zu prüfen. Sollte sich die EU beim Verbrennerverbot nicht bewegen, wäre ein solcher Investitionsstopp die logische Konsequenz. Klar ist: Technologieoffenheit kann helfen.
Mit seiner Strategie Mahle 2030+ deckt Mahle als global agierender Automobilzulieferer alle Antriebsarten ab, die einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten: Elektrifizierung und nachhaltiger Verbrennungsmotor sowie das Thermomanagement als Effizienz- und Leistungsbooster für beide Technologien.
Effizienz als treibende Kraft in der Transformation
In einem herausfordernden Geschäftsumfeld und angesichts globaler Unsicherheiten in den Handelsbeziehungen setzt Mahle in der laufenden Transformation verstärkt auf Effizienz auch in seinen Prozessen zur Steigerung seiner Wettbewerbsfähigkeit und Krisenfestigkeit.
Beispiel erfolgreicher Effizienzmaßnahmen ist die neue Konzernstruktur, die Mahle aus eigener Kraft jüngst in nur 200 Tagen weltweit umgesetzt hat. Damit verbunden wurden der Einkauf neu aufgestellt und die regionalen Verantwortlichkeiten gestärkt, um gezielter auf Kundenbedürfnisse vor Ort eingehen zu können. Das konzerninterne Kosteneffizienz- und Profitabilitätsprogramm „Back on Track“ 2025 läuft weiter auf Hochtouren. Auch in den Werken wird konsequent an Effizienzverbesserungen gearbeitet. Zum Beispiel über Initiativen zur Senkung des Energieverbrauchs, wie das ‚Shutoff-Management‘ von Produktionsmaschinen oder die Installation von Photovoltaik-Thermie-Anlagen.
Darüber hinaus baut Mahle den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) im Unternehmen aus. Machine Learning optimiert Prozesse in direkten Produktionsabläufen und indirekten Bereichen. In der Produktentwicklung wird zudem generative KI erfolgreich eingesetzt, um zukunftsweisende Innovationen zeit- und ressourcensparend hervorzubringen. Jüngstes Anwendungsbeispiel ist der bionische Radiallüfter für Klimaanlagen – inspiriert von der Flosse eines Pinguins –, den Mahle auf der IAA Mobility zeigen wird.




