Autohandel: Noch keine Entwarnung nach der Corona-Schließung

Autohandel: Noch keine Entwarnung nach der Corona-Schließung

29. April 2020 0 Von Jürgen Rinn

Wie war die erste Woche nach dem Ende de Corona-Schließung? Das wollte der BVfK in einer Händlerumfrage wissen. Fazit: Der Verkauf erreichte nur die Hälfte und 65 Prozent sind optimistisch, jedoch 35 Prozent fürchten um ihre Existenz

Neue Autos nicht gefragt

Die Bilanz der Autohändler fällt nach den ersten sechs Tagen geöffneter Showräume ernüchternd aus. Zwar hatte niemand damit gerechnet, dass die Kunden nach der staatlich verordneten Corona-Schließung des stationären Handels vor den Betrieben Schlange stehen würden. Dass das Interesse an neuen Autos aber so gering zu sein scheint, hat viele Händler doch überrascht und neue Sorgen geschürt. Der Ruf nach finanzieller Förderung durch die öffentliche Hand wird lauter, sowohl beim Handel, als auch bei Herstellern und Zulieferern.

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Der Bundesverband freier Kfz-Händler (BVfK e.V.) hat bei den freien Kfz-Händlern nachgefragt, wie gut sie in der ersten Woche nach dem totalen Corona-Lockdown wieder gestartet sind. Die rund 100 Rückmeldungen machen eine durchwachsene Stimmung deutlich. So war die Nachfrage nach Autos eher zögerlich und erreichte vielfach gerade die Hälfte des derzeit üblichen Umfangs. Knapp 65 Prozent zeigten sich optimistisch, die Krise gut zu überstehen, wenn sich das Geschäft bald wieder erholt. Rund 35 Prozent fürchten jedoch um ihre Existenz, wenn der Staat die Verluste nicht zu mindestens die Hälfte ausgleicht.

Nach der Corona-Schließung ist Hygiene das geringste Problem

Mit der Umsetzung der Hygienemaßnahmen haben über 82 Prozent der Befragten kein Problem. Zur Frage hinsichtlich einer staatlichen Konjunkturförderung waren die Händler unterschiedlicher Meinung. So meinten einige, dass eine Art Abwrackprämie wäre nicht schlecht wäre, aber nicht nur für reine Elektro-Fahrzeuge, sondern auch für Hybride und sparsame Fahrzeuge.

Carsale 24: großer Zulauf während Corona-Schließung

Ganz anders sieht man die Situation bei Carsale24. Dort verspürt man nach eigener Aussage während des Lockdowns der letzten Wochen einen starken Zulauf von Verkäufern. Seit Ende der Beschränkungen steige auch die Händlernachfrage wieder, heißt es dort. Denn der Online-Handel mit Gebrauchtwagen entwickele sich während der Corona-Krise rasant weiter. Da viele Verkäufer das Ende des Lockdowns abgewartet haben, will man beim Online-Portal den Umsatz der letzten Wochen nun nachholen. Gleichzeitig seien während der Krise Angebot und Nachfrage drastisch gestiegen, sodass man dort gestärkt aus der Krise hervorgeht. Für Privatkunden und kleine Fuhrparks werde so die Möglichkeit geboten, Gebrauchtwagen kostenlos anzubieten. Händler bieten in täglichen Gebotsrunden auf diese Fahrzeuge.

 „Seit vielen Jahren bieten wir unseren Kunden einen Top-Service beim Verkauf ihres Gebrauchtwagens. Wir haben sehr gute Argumente gegenüber unseren teils viel größeren Wettbewerbern. Dies bestätigen uns nicht nur unsere Kunden, sondern auch viele unabhängige Verbrauchertests. Wir haben konsequent auf digitale Prozesse gesetzt und profitieren in der aktuellen Krise davon. Wir brauchen einen starken Autohandel und stehen unseren Händlern jederzeit gerne mit Rat und Tat als Partner zur Seite.

Lars Häger, Geschäftsführer bei Carsale24

Einige Vorteile für den Handel

Die Fahrzeuge sind online vollständig transparent beschrieben und von Carsale24 wird die Kundenkommunikation und Preisverhandlung übernommen, was den Aufwand und Zeit im Zukauf reduziert sowie die Planbarkeit des Geschäftes verbessern soll. Zudem lässt sich diese Art des Online-Handels nahezu kontaktlos umsetzen, was ebenfalls als ein Vorteil in der aktuellen Situation beschrieben wird.

Gabriele Gieraths vom Autohaus Gieraths an der Kölner Straße in Bensberg blickt eher skeptisch in die Zukunft.

Foto: Auto-Medienportal.Net/Rainer Strang

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