Autohersteller treiben Ersatzteilpreise in die Höhe

Autohersteller treiben Ersatzteilpreise in die Höhe

11. Dezember 2020 0 Von Jürgen Rinn

Die Preise für Auto-Ersatzteile sind kräftig gestiegen. Ersatzteile wie Scheinwerfer, Windschutzscheiben und Kotflügel sind in den letzten zwölf Monaten erneut deutlich teurer geworden. Zwischen August 2019 und August 2020 haben die Autohersteller die Preise im Schnitt um fast fünf Prozent erhöht, so die Aussage aus der Auswertung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Einige Ersatzteilpreise sollen sogar noch höher geworden sein. Für den Autofahrer, also den Endkunden, wird der volle Preisanstieg erst nach dem Ende der vorübergehenden Mehrwertsteuersenkung deutlich. Denn noch dämpft die geringere Mehrwertsteuer die Teuerung der Ersatzteile auf 2,3 Prozent.

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Für ihre Untersuchung recherchieren Ingenieure und Statistiker des GDV in der Schadenkalkulations-Datenbank von Audatex jährlich die Ersatzteilpreise für verschiedene Fahrzeugtypen. Die Auswahl der Fahrzeuge umfasst aktuell 34 Fabrikate mehrerer Hersteller und Kleinwagen ebenso wie Oberklasse-Modelle. Für jedes Fahrzeug wurden die Preise von bis zu zwanzig – im zeitlichen Verlauf vergleichbaren – Ersatzteilen erhoben, die nach Unfällen häufig ausgetauscht werden müssen.

Ersatzteilpreise: Kunden spüren den Anstieg

Mit dem erneuten Preisanstieg setzt sich eine Entwicklung fort, die man beim GDV seit 2013 beobachtet. Ersatzteilpreise im Pkw-Segment steigen rasant und deutlich schneller als die Inflationsrate. Während der Verbraucherpreis-Index seit Januar 2013 um 8,8 Prozent nach oben ging, erhöhten Autohersteller ihre Ersatzteilpreise durchschnittlich um über 35 Prozent. Kofferraumklappen wurden seit 2013 fast 50 Prozent, Rückleuchten sogar 56 Prozent teurer.

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Autohersteller haben Quasi-Monopol für sichtbare Ersatzteile

Der seit Jahren hohe Preisanstieg ist auf das Quasi-Monopol der Hersteller zurückzuführen. Denn der sogenannte Designschutz schützt aktuell nicht nur das Design eines Autos, sondern alle sichtbaren Karosserie-Ersatzteile wie Kotflügel, Motorhauben oder Türen. Die Folge davon ist, dass viele Ersatzteile vom Autofahrer und Werkstätten nur beim Hersteller des Autos gekauft werden können. Die unlängst beschlossene Gesetzesänderung sieht zwar eine Änderung vor, schreibt die bestehenden Rechte aber für die nächsten 25 Jahre fest. „Die neuen Regeln zum Designschutz werden wegen der langen Übergangsfristen keinen sofortigen Effekt auf die Preise haben. Einen wirklich freien und fairen Wettbewerb bei sichtbaren Ersatzteilen wird es erst im Jahr 2045 geben“, macht GDV-Geschäftsführer Jörg Asmussen deutlich.

Höhere Ersatzteilpreise führen zu steigenden Reparaturkosten nach Unfällen

Bei den Versicherern fühen die höheren Ersatzteilpreise zu steigenden Reparaturkosten nach Unfällen. Im vergangenen Jahr kostete ein Pkw-Sachschaden die Kfz-Haftpflichtversicherer im Durchschnitt erstmals mehr als 3.000 Euro, fünf Prozent mehr als im Vorjahr. 2013 hatte dieser Wert noch bei 2.400 Euro gelegen.

Foto: ProMotor/Volz 

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