Ältere Diesel werden weniger

Ältere Diesel werden weniger

18. September 2019 0 Von Dr. Frauke Hewer

Das Marktforschungsunternehmen BBE hat die Bestandszahlen der Pkw in Deutschland untersucht. Dabei haben die Experten einen Trend ausgemacht: der Fahrzeugbestand ist sauberer geworden, ältere Diesel werden weniger. Trotz allem bleibt Deutschland ein Verbrennerland. Denn nach wie vor haben 98 Prozent der Pkw einen Verbrennungsmotor.

Basis der Untersuchung waren die Bestandszahlen des Kraftfahrtbundesamtes zum 01.01.2019. Dieser Termin war die Basis für einen Vergleich zum Vorjahr. Betrachtet man die Einstufung nach Euroklassen für Benziner und Diesel, ist der deutsche Fahrzeugbestand sauberer geworden. Die Zahl der Euro 6 Fahrzeuge ist insgesamt um etwa 3,1 Millionen gewachsen, gleichzeitig sind etwa 2,5 Millionen Pkw mit Euro 5 oder weniger aus dem Bestand verschwunden.

Weniger ältere Diesel

Leicht zurückgegangen von 32,8 auf jetzt 32,2 Prozent ist der Dieselanteil. Fast eine Million ältere Diesel sind verschwunden Zwischenzeitlich verfügen 31 Prozent der deutschen Diesel-PKW über eine Euro-6-Einstufung, im Vorjahr waren das nur 25 Prozent. Zum 1. Januar des Jahres 2019 schafften es aber nur 1,6 Prozent aller Diesel im Bestand, die besonders schadstoffarme Euro 6d oder 6d-temp zu erfüllen. Etwa 972.000 Diesel der Euroklasse 5 und niedriger sind aus dem Bestand verschwunden, wurden exportiert oder verschrottet.

Zahlenmäßig stark zurückgegangen sind die Euro 4- Fahrzeuge, deren Bestand ist um 12 Prozent gesunken. Die Einschätzung der Marktforscher von BBE: „Per Saldo fast eine Million weniger schadstoffreiche Diesel sind ein erster Erfolg. Es bleiben aber etwa 5,4 Millionen aus der Euro 5-Klasse, die keine 10 Jahre alt sind und aktuell von Fahrverboten bedroht sind. Wir sprechen hier von 35,8 Prozent des Dieselbestands,“ hat man festgestellt.

Mehr Diesel auf dem Land

Wie Detailauswertungen zeigen, sind diese Diesel-Fahrzeuge überproportional in ländlichen Gebieten zugelassen. Deutliche regionale Unterschiede Im Regionenvergleich zeigen sich deutliche Unterschiede. Als Beispiel sei die Stadt Stuttgart angeführt, hier liegt der Anteil der Euro 5-Diesel nur bei 27 Prozent, die der Euro-6 hingegen bei 50 Prozent. Für BBE eindeutiges Indiz dafür, dass sich der Austausch in den sogenannten Intensivstädten deutlich schneller vollzieht als auf dem Land.

In einzelnen Regionen erfolgte auch ein messbarer Rückgang der Diesel-PKW insgesamt. Mit etwa 9 Prozent Bestandsverlust liegen der Main-Taunuskreis und Stuttgart weit vorn im Ranking, es folgen dann Städte wie Köln, München und Bochum, wo der Dieselbestand ebenfalls um 6 bis 8 Prozent zurückgegangen ist. Auf der anderen Seite wird deutlich, dass in sehr vielen ländlichen Gebieten und in kaufkraftschwachen Regionen der Bestand an Diesel-PKW stabil blieb, teilweise sogar gewachsen ist.

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