Einkaufen im Auto steckt noch in den Kinderschuhen

Einkaufen im Auto steckt noch in den Kinderschuhen

5. Mai 2022 0 Von Dr. Frauke Hewer

Amazon Alexa, Google Assistent oder Siri: sie alle könnten uns beim Einkaufen im Auto zu Hilfe eilen. Weit verbreitet ist das aber noch nicht. Eine aktuelle Studie hat gezeigt, dass bisher nur ein Drittel der Autofahrer überhaupt am so genannten In-Car-Commerce interessiert ist. Völlig offen ist bisher, welcher Anbieter und welche Technologie am Ende das Rennen machen wird.

Das Auto ist – laut einer Studie des IFH Köln und der BBE Automotive bisher noch nicht DER Shopping-Kanal. Aber: was nicht ist, kann ja noch werden. Denn mit der voranschreitenden Digitalisierung eröffnen sich dem Handel immer mehr Möglichkeiten, neue Absatz- und Kontaktwege zu den Kundinnen und Kunden zu erschließen. Einkaufen im Auto ist bisher noch nicht so sehr verbreitet.

Ein Drittel interessiert sich für Einkaufen im Auto

Das IFH KÖLN hat in Zusammenarbeit mit der BBE Automotive einen genaueren Blick auf den Markt geworfen und die Bekanntheit sowie die Nutzung von Shoppingmöglichkeiten aus dem Auto heraus, auch „In-Car-Commerce“ genannt, untersucht. Rund dreißig Prozent der Befragten gaben an, sich für Shopping im Auto zu interessieren. Rund 45 Minuten verbrachten die Befragten im Durchschnitt an einem Arbeitstag vor der Pandemie im Auto – Zeit, die laut den Studienautoren mit Einkaufen gefüllt werden könnte.

„Im In-Car-Commerce steckt viel, bis jetzt ungenutztes, Potenzial. Offen bleibt, wer dabei das Rennen macht. Die Fahrzeughersteller werden den Handel in ihre Fahrzeug-Plattform integrieren wollen. Aber die mächtigen Digital-Giganten – Amazon, Apple, Google – stehen mit gefüllter Kasse, hoher Digitalkompetenz und einer breiten Nutzerpenetration dagegen. Der Autofahrer wird im Auto seine gewohnte Digitalwelt erwarten.“

Dr. Ralf Deckers, Bereichsleiter Customer Insights am IFH KÖLN

Technische Ausrüstung muss da sein

Nicht jedes Fahrzeug ist technisch für In-Car-Commerce ausgerichtet, jedoch steigt die Zahl der Modelle mit Commerce-Befähigung stetig. Einkaufen über das Display des Fahrzeugs ist beliebt: 32 Prozent der Befragten gaben an, interessiert an dieser Methode des Shoppings im Auto zu sein.

Ansätze wie sprachgesteuertes Einkaufen, auch „Voice Commerce“ genannt, Screen Mirroring, zu Deutsch „Bildschirm Spiegelung“, oder integrierte Plattformen der Fahrzeughersteller, sollen vielfältige Kaufchancen während des Aufenthalts im Auto bieten. In einer guten Ausgangsposition ist Amazon: Rund ein Drittel der Befragten können sich vorstellen, Amazons Sprachassistenten Alexa und Echo im Auto zu nutzen oder nutzen diese bereits. Auch bei der Frage des präferierten Marktplatzes liegt Amazon vorne: Rund 30 Prozent der Befragten würden den Onlineriesen beim In-Car-Commerce in Betracht ziehen.

Interessant: Essen und Trinken

Angebote und Produkte rund um Essen und Trinken gehören zu den favorisierten Produktkategorien der befragten Autofahrer. Von den generell am Einkaufen im Auto Interessierten, gaben mehr als 30 Prozent an, den Kauf von Lebensmitteln und Mahlzeiten aus dem Auto heraus interessant zu finden. Ähnlich gut schneidet der Bereich rund um Freizeit- (27 %) und Sportaktivitäten (21 %) ab. Darüber hinaus finden bei den befragten Fahrzeugbesitzenden Ersatz- und Zubehörprodukte rund um das Auto Beachtung. So gab rund jede:r Fünfte an, den Kauf von Autozubehör aus dem Fahrzeug heraus in Betracht zu ziehen.

„Auch wenn der In-Car-Commerce zurzeit noch in den Kinderschuhen steckt, die Aussichten für die Zukunft sind vielversprechend. Das Interesse der Kund:innen ist geweckt – jetzt sind die führenden Köpfe der Automobilbranche gefragt, den aufkommenden Trend zu erkennen und mit entsprechenden Partnern und Handelskooperationen zu unterstützen.“

Gerd Heinemann, Geschäftsführer BBE Automotive

Foto: Amazon

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