Vernetzte Fahrzeuge: Fairer Zugang zu den Fahrzeugdaten

Vernetzte Fahrzeuge: Fairer Zugang zu den Fahrzeugdaten

10. Oktober 2019 1 Von Jürgen Rinn

Das vernetzte Fahrzeug ist keine Zukunftsmusik, es ist längst Realität. Deshalb unterstützt MdB Jan Metzler die Forderung des Kfz-Gewerbes Rheinland-Pfalz nach einer offenen Telematik-Plattform für Fahrzeugdaten.

Moderne vernetzte Fahrzeuge sind Datensammler, das ist längst bekannt. Fahrziele, Fahrstrecken, Fahrverhalten usw., der fahrbare Untersatz registriert während seines Betriebs schon heute eine Vielzahl von Informationen. Soll heißen, dass manche Autos mehr über ihren Fahrer wissen als umgekehrt. Das gilt insbesondere für die vom Auto erhobenen Fahrzeugdaten. Der zunehmende Komfort für Autofahrer ist also in der Regel auch mit wachsender Datenerhebung verbunden.

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Fahrzeugdaten sind gefragt

Kein Wunder, dass in diesem Bereich viele Branchen Geschäftsmöglichkeiten wittern, an denen sie partizipieren wollen. Mit der weiter fortschreitenden Vernetzung von Fahrzeugen werden immer mehr Daten erzeugt und übertragen, ohne dass der Fahrzeuginhaber oder -nutzer erfährt, wer welche Informationen von ihm ohne sein Wissen erhält. Hier gilt es für die Kfz-Branche, nicht auf der Strecke zu bleiben. Gefragt ist demnach eine Lösung, um die die Kommunikation zum Fahrzeug und zum Fahrer bidirektional zu ermöglichen und über eine Offene Telematik Plattform (OTP) im Fahrzeug erfolgen. Im Zuge von Telematik-Dienstleistungen wie zum Beispiel dem automatischen Notruf eCall fordert auch das Kfz-Gewerbe eine offene, interoperable Schnittstelle.

Offene Telematik Plattform gefordert

In diesem Zusammenhang unterstützt der Wormser Bundestagsabgeordnete Jan Metzler (CDU) die Forderung des Kfz-Gewerbes Rheinland-Pfalz nach dieser offenen Telematik-Plattform für Fahrzeugdaten (OTP). Dies erklärte Metzler bei einem gemeinsamen Gespräch mit Vertretern des Kfz-Landesverbands im Vorfeld der Bundestagung des Kfz-Gewerbes in Berlin.

Dabei verdeutlichen Landesverbandspräsident Hans Werner Norren und Landesverbandsgeschäftsführer Jens Bleutge die Dringlichkeit einer europäischen Regelung, die garantiert, dass auch Autohäuser und Kfz-Werkstätten einen den Herstellern gegenüber gleichberechtigten Zugang zum vernetzten Fahrzeug und dessen Fahrzeugdaten haben. „Die Autos werden immer vernetzter, kommunizieren mit dem Fahrer, der Außenwelt und speichern Daten. Nur wer zu jeder Sekunde Zugang zu den Daten und dem Display des Fahrers hat, kann sich neue Geschäftsmöglichkeiten erschließen. Alle anderen werden massiv Geschäftsanteile verlieren“, so Norren.

Als Mitglied im Wirtschaftsausschuss des Bundestags und in der Enquetekommission Künstliche Intelligenz, machte er deutlich: „Allerdings können wir in Deutschland nur dann erfolgreich sein, wenn wir die Daten teilen und nicht jeder auf seinen Daten sitzt.“ Genau diesen Ansatz einer offenen Plattform verfolgt das Kfz-Gewerbe. „Wir sind froh, in Jan Metzler einen Fürsprecher in diesem Punkt gefunden zu haben“, macht Landesverbandsgeschäftsführer Jens Bleutge deutlich.

Um die Wahlfreiheit des Verbrauchers zu sichern, muss der Zugang zu den Fahrzeugdaten für alle Marktteilnehmer gewährleistet sein.

Grafik: GOSLAR INSTITUT

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