Car-Sharing: keine Alternative zum eigenen Auto

Car-Sharing: keine Alternative zum eigenen Auto

8. Juni 2021 0 Von Jürgen Rinn

Im regelmäßig erscheinenden „Thema des Monats“ behandelte im Mai die Deutsche Automobil Treuhand GmbH (DAT) „Car-Sharing“. Zur Debatte stand die Frage: Ist Car-Sharing eine Alternative zum eigenen Auto? Denn neben dem klassischen Besitz eines Automobils bieten sich dem Autokäufer seit einigen Jahren auch Möglichkeiten wie Car-Sharing oder Auto-Abos. Während Car-Sharing als ein „Pay-as-you-drive“-Geschäftsmodell gesehen wird, das als Alternative oder Ergänzung zum eigenen Auto dienen kann, ist das Auto-Abo ein Geschäftsmodell, bei dem Kunden eine zuvor vereinbarte monatliche Rate für die Nutzung eines oder mehrerer gewünschter Autos an den Anbieter bezahlen.

Kaum jemand sieht Car-Sharing als Alternative zum eigenen Auto

Allen Autokäufern wurde im DAT-Report 2021 die Frage gestellt, ob sie anstelle eines eigenen Fahrzeugs auch bereit wären, ein Car-Sharing-Konzept zu nutzen. Die Neuwagenkäufer bestätigten das nur zu 4 Prozent, Gebrauchtwagenkäufer nur zu 6 Prozent. Im Umkehrschluss heißt dies, dass für die überwiegende Mehrheit Car-Sharing kein Gegenvorschlag zum eigenen Auto ist.

Wenig Interesse an Car-Sharing

Wenn auch nicht auf so niedrigem Niveau wie 2020, so war das Interesse an Car-Sharing bei Autokäufern in den vergangenen Jahren stets relativ gering. Gefragt wurde jeweils, ob Car-Sharing eine Alternative zum eigenen Automobil wäre: 2015 und 2019 lag die Zustimmung bei Gebrauchtwagenkäufern im niedrigen zweistelligen Bereich (2015: 14 Prozent, 2019: 18 Prozent). Bei Neuwagenkäufer war die Zustimmung sogar noch etwas niedriger (2015: 9%, Prozent 2019: 16 Prozent).

Auto teilen nicht erwünscht

Um die Thematik aber differenzierter zu betrachten, wurden für den DAT-Report 2021 alle Autokäufer, für die Car-Sharing nicht infrage kommt, gebeten, die drei wichtigsten Gegenargumente aus sieben möglichen auszuwählen. Die Top-Nennung bei allen Befragten war: „will mein Auto nicht teilen“ (53 Prozent der Neuwagenkäufer, 58 Prozent der Gebrauchtwagenkäufer), gefolgt vom Aspekt „zu wenig flexibel“. Ebenfalls einig waren sich die Befragten bei „fahre nicht mit einem fremden Auto“ (jeweils 40 Prozent). Auch wenn man in Zeiten der Corona-Pandemie der Hygiene einen hohen Stellenwert einräumt, so wurde dieses Argument nur von 23 Prozent der Neu- und 24 Prozent der Gebrauchtwagenkäufer und somit an fünfter Stelle als Hinderungsgrund genannt.

Carsharing-Service von Skoda boomt

Dagegen entwickelte sich der vom Skoda Digi Lab in Prag betriebene Carsharing-Service Hoppy Go war auch im vergangenen Jahr erfolgreich. Die Plattform für Verleih und Ausleihe von privat genutzten Fahrzeugen verzeichnete 2020 zahlreiche neue Nutzer und einen entsprechenden Zuwachs an Fahrten und bereitgestellten Fahrzeugen. Hier wuchs die Zahl der Nutzer gegenüber 2019 um mehr als die Hälfte auf über 100.000. Die Zahl der Miettage belief sich auf insgesamt über 38.000 und nahm damit um 81 Prozent zu. Gleichzeitig verlängerte sich die durchschnittliche Mietdauer von 3,6 auf 4,2 Tage. Der Pool umfasst inzwischen rund 2300 sofort verfügbare Autos, allein im vergangenen Jahr stieg die Zahl der registrierten Fahrzeuge um ein Drittel. Neben Personenwagen waren auch Reisemobile gefragt.

Foto: Auto-Medienportal.Net/Skoda

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