Synthetische Kraftstoffe: das Interesse ist groß

Synthetische Kraftstoffe: das Interesse ist groß

12. November 2020 0 Von Jürgen Rinn

Es tut sich etwas im Bereich synthetische Kraftstoffe. Laut DAT-Unternehmenskommunikation erklärte Anfang September der Entwicklungsvorstand eines Sportwagenherstellers aus Zuffenhausen: „Die Elektromobilität ist eine absolut begeisternde und überzeugende Technologie. Aber für sich allein genommen, bringt sie uns in Richtung Nachhaltigkeit weniger schnell voran, als wir vorankommen wollen. Deshalb engagieren wir uns zusätzlich beim Thema eFuels – auch im Hinblick auf etwaige Einsatzmöglichkeiten im Motorsport.“

Zudem kündigte NRW-Energie- und Klimaschutzminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart seine Wasserstoffstrategie 2025 an. Darin war zu lesen: „Mehr als 400 Brennstoffzellen-Lkw, mindestens 20 Lkw-Wasserstoff-Tankstellen und 60 Wasserstoff-Tankstellen für Pkw. Dazu 500 Wasserstoff-Busse für den ÖPNV, und erste wasserstoffbetriebene Binnenschiffe sollen unterwegs sein.“

Wer synthetische Kraftstoffe kennt, zeigt auch Interesse daran

Auch der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) macht sich für alternative Kraftstoffe stark. Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe könnten sehr schnell dazu beitragen, die CO2-Bilanz zu verbessern. Deshalb fordert der Verband das Bundesumweltministerium dazu auf, den Referentenentwurf der nationalen Umsetzung der europäischen Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED II) nachzubessern. „Zur Verbesserung der CO2-Bilanz gilt es, alle möglichen Maßnahmen und Minderungspotenziale auszuschöpfen“, so ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn. „Dazu gehört Wasserstoff genauso wie die E-Fuels.“

Es klingt zu schön, um wahr zu sein

Die aus erneuerbaren Energien hergestellten synthetischen Kraftstoffe können problemlos für die Betankung klassischer Benzin- oder Dieselmotoren genutzt werden und könnten somit „auf einen Schlag“ einen signifikanten Beitrag zur Klimafreundlichkeit aller Bestandsfahrzeuge leisten. Zudem sind sie weltweit schnell und einfach einsetzbar, weil die bestehende Tankstelleninfrastruktur genutzt werden kann. Von daher wären synthetische Kraftstoffe auch nicht mit den Arbeitsplatzverlusten in der Automobilbranche verbunden, die für die Etablierung von Elektroautos immer wieder prognostiziert werden.

puls Studie zu synthethischen Kraftstoffen mit zwiespältigen Ergebnissen

Auch wenn sich die Fachleute hinsichtlich Wirkungsgrad und Effizienz der E-Fuels nicht ganz einig sind, ging die Nürnberger Marktforschung puls in einer repräsentativen Studie bei 1.041 Autokäufern in Deutschland der Frage nach, ob die potenziellen Vorteile von synthetischen Kraftstoffen schon beim Autokäufer angekommen sind. Die Bekanntheit synthetischer Kraftstoffe lässt zwar mit 34 Prozent noch zu wünschen übrig, dennoch zeigen stattliche 58 Prozent der deutschen Autokäufer großes Interesse an der Nutzung dieser grünen Kraftstoffe. Demnach bewerten 40 Prozent der deutschen Autokäufer laut puls Studie die potenziell CO2 neutralen E-Fuels als zukunftsfähig oder sehr zukunftsfähig. „Da laut unserer Studie synthetische Kraftstoffe besonders bei Jüngeren hoch im Kurs stehen, könnte davon eine klimafreundliche Frischzellenkur für das Auto ausgehen“, kommentiert puls Geschäftsführer Dr. Konrad Weßner die Ergebnisse. Darüber hinaus lohne es sich, über gezielte Aufklärungsarbeit die Bekanntheit synthetischer Kraftstoffe zu steigern, so sein Fazit.

Foto: Auto-Medienportal.Net/Renault

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