TÜV Rheinland treibt die Digitalisierung voran

TÜV Rheinland treibt die Digitalisierung voran

6. November 2019 1 Von Dr. Frauke Hewer

Mehr und mehr Dienstleistungen werden digital. Auch beim TÜV-Rheinland. Der investiert jetzt weiter in die Digitalisierung seiner Dienstleistungen rund um Mobilität. Jüngstes Beispiel sind Schaden- und Wertgutachten, mit denen die unabhängigen Fachleute den Zustand von Fahrzeugen dokumentieren. Solche Gutachten kann TÜV Rheinland mittels eines hochentwickelten Fahrzeugscanners künftig deutlich effizienter erstellen.

Dafür hat das Prüfunternehmen kürzlich das Bochumer Technologie-Start-up „adomea“ übernommen. Das Unternehmen hat ein System zur automatisierten Schadenerfassung entwickelt, das sogenannte MIKo-System (Mobiles Identifikationssystem für Kraftfahrzeugoberflächenfehler). Damit entsteht binnen einer Minute ein vollständiges und detailgenaues Abbild der „Außenhaut“ eines Fahrzeugs. Das System kommt beispielsweise zum Einsatz, um im Auftrag von Versicherungen Hagelschäden an Kraftfahrzeugen zu begutachten. Weitere Einsatzmöglichkeiten sind etwa die effiziente Untersuchung von Leasingrückläufern, Mietfahrzeugen oder anderen großen Flotten auf mögliche Schäden.

Digitalisierung: Schäden kann man objektiv erfassen

„Mit dem Scanner setzen wir auf die marktführende Technologie zur schnellen Ermittlung von Fahrzeugschäden an der Karosserie“, erklärt Dr. Matthias Schubert, bei TÜV Rheinland weltweit verantwortlich für das Mobilitätsgeschäft. „Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie wir durch die Digitalisierung effizienter werden und unseren Kunden mehr Qualität bieten.“ Bei den meisten Dienstleistern ermitteln Sachverständige bislang etwaige Schäden an Fahrzeugen manuell. Das neue System arbeitet nicht nur deutlich schneller, sondern bietet auch eine durchgängig hohe Qualität, da sämtliche Schäden innerhalb einer Minute automatisiert und objektiv erfasst werden.

„Auch künftig ist die Expertise unserer Sachverständigen weiter gefragt – etwa, um mittels der Daten die tatsächliche Schadenhöhe festzustellen“, erklärt Andreas Blecker, bei TÜV Rheinland verantwortlich für das Geschäftsfeld Autoservices und Gutachten. „Wir werden das System gezielt weiterentwickeln, um aus den Daten zukünftig die Schadenhöhe automatisiert zu ermitteln. Zu diesem Zweck werden wir unsere Technologie der Künstlichen Intelligenz mit Nachdruck vorantreiben.“ Ziel ist es, dass das System aus den Daten lernt und beispielsweise wiederkehrende Schäden automatisch erkennt und bewertet.

Automatisierung schafft anderswo Kapazitäten

Durch den Einsatz des Scanners können sich die Sachverständigen dann verstärkt auf mögliche Schäden im Innenraum der Fahrzeuge, die Untersuchung des elektronischen Systems sowie die Überprüfung von durchgeführten Wartungen und Reparaturen konzentrieren. Denn eine digitale Fahrzeugakte gibt es bislang nicht.

Einsatzmöglichkeiten für den Scanner sind etwa Fahrzeugschäden nach einem großflächigen Hagelunwetter oder die Prüfung von möglichen Schäden an Neufahrzeugen nach dem Transport. TÜV Rheinland nutzt die Technologie auch, um Unternehmen international mit Gutachten zu unterstützen. „Bislang ist unser Gutachtengeschäft vor allem auf den deutschen Markt konzentriert. Wir wollen mit Fahrzeuggutachten nun verstärkt weltweit Märkte erschließen. Dafür bieten sich insbesondere digitale und damit leicht skalierbare Dienstleistungen an“, so Matthias Schubert.

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