Wegen Corona: Baumot geht das Geld aus

Wegen Corona: Baumot geht das Geld aus

21. Januar 2021 0 Von Jürgen Rinn

Die Baumot Group AG mit ihren Tochtergesellschaften ist Anbieter von Clean Mobility Lösungen. Erst Ende Oktober 2019 hatte man bei Baumot die Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) für BNOx-Systeme vom KBA erhalten. Aufgrund der Covid-19-Auswirkungen muss das Unternehmen insolvenzrechtlichen Schutz beantragen. Auslöser für den Insolvenzantrag seien die erheblichen Umsatzeinbußen in den Kernmärkten Israel, UK, Italien und auch Deutschland aufgrund der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie, insbesondere die damit in Zusammenhang stehenden neuerlichen Lockdown-Regelungen in den genannten Ländern, so das Fazit der Baumot Group AG aus Königswinter.

Im Rahmen der drohenden Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in deutschen Großstädten, präsentiert man dort das BNOx System, das Stickoxide unter realen Bedingungen (RDE) um über 90 Prozent reduzieren soll. So könnten an Dieselfahrzeugen durch Nachrüsten Fahrverbote vermieden werden. Denn mit dem BNOx Nachrüstkit ist es möglich, Pkw ab Schadstoffklasse EURO 5 nachzurüsten und selbst unter realen Bedingungen die Grenzwerte für EURO 6 einzuhalten, lässt man es auf der Homepage verlauten. Insgesamt bietet das Unternehmen ein breites Portfolio an Abgasnachbehandlungsystemen für Nachrüstung, Erstausrüstung sowie auch den Aftermarket an.

Baumot Group AG muss insolvenzrechtlichen Schutz beantragen

Das Coronavirus traf, als es erstmals im Frühjahr 2020 für flächendeckende Werkstattschließungen in den Kernmärkten sorgte, bei Baumot auf ein Geschäftsmodell, das sich nach langen Entwicklungs- und Erprobungsjahren in der Markteinführung befand und als wesentlicher Baustein für die Zukunft aufgebaut wurde. Das Unternehmen aus Königswinter stellt daher beim zuständigen Amtsgericht einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung wegen eingetretener Zahlungsunfähigkeit. Wie das Unternehmen mitteilte, betrifft das auch die Tochtergesellschaften Twintec, Baumot Technologie und Baumot Deutschland.

Liquiditätslücke kann nicht geschlossen werden

Da es nicht gelungen sei, die nach eigener Angabe entstandene Liquiditätslücke über eine Kapitalzufuhr durch Investoren oder staatlicher Unterstützungsfonds zu schließen, sei es nun das Ziel eine Sanierung über einen Insolvenzplan zu erreichen. Dazu werde in Kürze ein Generalbevollmächtigter bestellt. Die Nutzung des Verfahrens der Insolvenz in Eigenverwaltung biete der Baumot die Möglichkeit, Maßnahmen eines Restrukturierungsprogramms voranzutreiben und die Gruppe wird die Chancen der Sanierung nutzen, um gestärkt aus dieser schwierigen Phase herauszugehen, heißt es dort.

Foto: Baumot

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