Oldtimerteile: Retromotion will die Nummer 1 werden

Oldtimerteile: Retromotion will die Nummer 1 werden

18. Mai 2021 0 Von Dr. Frauke Hewer

Digitale Plattformen sind im Kommen. Auch für Oldtimerteile. Das Startup Retromotion will den Markt aufmischen. Wir haben mit Geschäftsführer Artur Oswald gesprochen. Er sagt selbstbewusst: „Wir möchten klar die Nr. 1 für Old- und Youngtimer Ersatzteile in Europa werden…“

Retromotion gibt es seit 2018, gegründet wurde es von Artur Oswald. Der Jahresumsatz ist nach Unternehmensangaben bereits siebenstellig. Top Renner sind außer Additiven Zündkerzen, Bremskraftregler oder Ölfilter. Oldtimerteile sind also ein absolut lohnenswertes Geschäft.

amt: Seit wann gibt es Retromotion und warum haben Sie sich entschlossen, im Bereich Oldtimer-Ersatzteile aktiv zu werden?
Artur Oswald: Die Idee für Retromotion entstand im Jahr 2018, operativ auf dem Markt sind wir seit Mitte 2019. Durch unsere Recherchen haben wir festgestellt, dass es zwar einen großen Bedarf an Ersatzteilen und Zubehör für klassische Fahrzeuge gibt, es aber an einer zentralen Anlaufstelle für seltene und notwendige Ersatzteile fehlt. Viele Anbieter fungieren mehr als Insellösungen und sind zudem noch sehr analog aufgestellt. Mit Retromotion haben wir eine Plattform geschaffen, die möglichst jedes gesuchte Teil verfügbar machen will. 2020 war für uns wirtschaftlich sehr erfolgreich und eine großartige Bestätigung für unseren Ansatz. Das Kulturgut Fahrzeug hat es definitiv verdient auch für die nächsten Generationen erhalten zu werden.

Oldtimerteile: ein heterogener Markt

amt: Was ist das Besondere am Markt der Oldtimerteile?
Artur Oswald: Die Old- und Youngtimer Branche ist für uns ein spannendes Segment mit sehr heterogenen und anspruchsvollen Kundenprofilen. Es gibt die Persona die einen Golf III täglich nutzen, und es gibt gleichzeitig die Persona, die den Golf III aus nostalgischen Gründen nur an sonnigen Wochenenden ausfährt. Entsprechend unterschiedlich ist auch die Zahlungsbereitschaft für die Ersatzteile. Unser Anspruch ist es diesem breiten Publikum mit einem entsprechenden Angebot zu begegnen.

amt: Wo sehen Sie Ihr größtes Potenzial?
Artur Oswald: Wir sehen, dass der Markt für Oldtimer und Ersatzteile ein Wachstumsmarkt ist und sich immer weiter ins Digitale verschiebt. Nicht zuletzt durch den Wegfall der meisten Märkte im letzten Jahr, greifen Fahrzeugbesitzer immer öfter auf digitale Angebot zur Ersatzteilbeschaffung zurück. Hierbei kommt es vor allem auf ein gut sortiertes Angebot, überzeugende Preise und eine schnelle Auffindbarkeit der gesuchten Ersatzteile an. Auch bemerken wir eine steigende Nachfrage nach Teilen für Volumenmodelle, die nun im Oldtimeralter sind, eben wie der genannte VW Golf III.

Der Teilehandel ist nicht der Wettbewerb

amt: Wo sehen Sie Ihre größten Wettbewerber? Sind das vielleicht die „klassischen“ Teilehändler?
Artur Oswald: Wir sehen den Teilehandel nicht als unseren engsten Wettbewerber. Der Teilehandel hat seine Stärken in einer breiten Ersatzteilverfügbarkeit für die gängigen Fahrzeugmodelle mit einer wahnsinnig performanten Beschaffungslogistik für die Werkstätten. Wir fokussieren uns überwiegend auf das Endkundengeschäft und versuchen, mit einem möglichst breiten Sortiment zu überzeugen. Neben Ersatzteilen spielen auch Zubehörprodukte wie Additive eine immer größere Rolle in unserem Geschäft. Darüberhinaus bringen wir eine digitale DNA mit, wir betreiben virtuelle Lager und vertreiben ausschließlich online. E-Commerce ist unser go-to-market only.

amt: 3-D-Druck ist auch bei Oldtimer-Teilen im Gespräch. Ist das für Sie eine Chance oder eine Bedrohung?
Artur Oswald: Eindeutig Chance. Additive Fertigung ist eine Zukunftstechnologie, die schon heute bemerkenswerte Ergebnisse liefert. Heutzutage lassen sich sicherheitsrelevante Teile in ihren Eigenschaften im Vergleich zur konventionellen Fertigung verbessert herstellen. In der nächsten Dekade werden sich die Preise bzw. Kosten weiterhin stark auf ein wettbewerbsfähiges Niveau zubewegen. Bei Retromotion arbeiten wir schon heute mit namhaften und kompetenten Nachproduktionspartnern aus dem 3D-Druck Umfeld zusammen und vermitteln zwischen diesen und unseren Kunden.

amt: In welche Richtung wollen Sie sich weiter entwickeln und was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen für die Zukunft?
Artur Oswald: Wir möchten klar die Nr. 1 für Old- und Youngtimer Ersatzteile in Europa werden, das heißt die erste Anlaufstelle rund um Klassik-Ersatzteile und Zubehör. Die größte Herausforderung sind neben dem notwendigen Wachstum auch die Schnelllebigkeit des Online-Handels. Kunden werden immer anspruchsvoller und ungeduldiger bei der Teilebeschaffung, Marktpreise ändern sich teilweise mehrmals täglich und Prozesse müssen stetig überwacht und angepasst werden. Die größte Herausforderung ist es also, den Kundenwunsch nicht nur zu erkennen, sondern auch schnell und kompetent bedienen zu können

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